Wahlprogramm 2020

Linke Solidarische Demokrat*innen

Übersicht

In diesem Wahlprogramm möchten wir euch die LSD, unsere Arbeit in der Studierendenvertretung und unsere Schwerpunkte vorstellen.

Wer sind wir?

Wir sind die Linken Solidarischen Demokrat*Innen, eine politische Hochschulgruppe an der Uni Konstanz. Wir sind seit zwei Legislaturen als LSD im Studierendenparlament und im Senat für euch vertreten. Zusammengesetzt war die LSD von Anfang an aus Ehemaligen der GOLL, der Grauen sowie den Jusos.

Was sind unsere Schwerpunkte?

  • Freies, flexibles und selbstbestimmtes Studieren
    • Schwerpunkt Corona-Pandemie & Kann-Semester
    • Keine Anwesenheitspflicht
    • Freie Wahl des Klausurtermins
    • Freie Bildung & Abschaffung der Studiengebühren
    • Digitale Medien & Vorlesungsaufzeichnung
    • Gegen eine Überregulierung der Attestpflicht
  • Soziale Universität
    • Barrierefreiheit
    • Parität in den Gremien
    • Faire HiWi-Löhne, Gleichheit bei Unisport-Geldern
  • Studentische Mitwirkung und Gestaltung
    • Engagementförderung & Mitmachkultur
    • Mehr Geld für Kultur & studentische Projekte
  • Stadt
    • Mehr kommunale Mitbestimmung
    • Inklusion der Studierendengruppe in das Stadtleben
    • Konstanz als Studierendenstadt
    • Öffentlicher Nahverkehr
  • Seezeit
    • Seezeit-Shop & Mensa
    • Nachhaltigkeit für die Zukunft

Was macht unsere bisherige Arbeit aus?

Bisher haben wir uns unter anderem eingesetzt für eine Förderung des Unitheaters Konstanz (UTK), für Projektförderung (auch im Finanzreferat), für die Sicherstellung studentischer Repräsentation in Findungskommissionen für Unirats- und Rektoratsmitglieder und für die Unterstützung der Proteste gegen Studiengebühren für EU-Ausländer*innen.

Außerdem haben wir die Zukunftsfähigkeit der VS-Finanzen sichergestellt, indem sich insbesondere Daniel Färber für eine Anpassung des VS-Beitrags auf 14 Euro stark machte – wir stehen für Solidarfinanzierung und das Übernehmen weitreichender Aufgaben mit gemeinsamen finanziellen Mitteln. Mit diesem überschaubaren Beitrag ermöglicht die VS neben ihren vorgeschriebenen Aufgaben ein vielfältiges Angebot.

Von einer kostenlosen Rechtsberatung, über Vorträge und politischer Bildungsarbeit, Themenwochen, bis hin zu einer umfassenden Förderung von studentischen kulturellen Projekten und Aktionen. Zudem ermöglichen wir durch eine geringe Aufwandsentschädigung allen Referent*innen und Vorsitzenden ihre Ämter unabhängig ihrer sozialen Herkunft zu übernehmen. Wir stehen für Solidarfinanzierung von gemeinsamen studentischen Projekten, wie z.B. beim Kulturticket, welches nun schon seit Jahren erfolgreich existiert.

Nach der Umstellung des Mensa-Konzepts haben wir durchgesetzt, dass beim Seezeit-Teller wieder Nachschlag geholt werden kann. Insgesamt waren wir durchgängig die Stimme, die sich für eine (politisch) aktive Hochschulpolitik eingesetzt hat, damit verbunden war auch die Erstellung von Pressemitteilungen, Solidaritätserklärungen und Protesten. So grenzen wir uns von den Gruppen RCDS und LHG ab, die eine grundlegend andere und viel zurückhaltendere Vorstellung von Hochschulpolitik haben.

Darüber hinaus haben wir bereits angefangen, das Thema Barrierefreiheit an der Universität anzugehen. Dabei arbeiten wir besonders an zwei Aspekten. Zum einen sind wir in Gesprächen mit dem Facility Management sowie dem Beauftragten für Menschen mit Behinderung der Stadt Konstanz, um eine ebenerdige Fahrspur im Eingangsbereich bis zur Mensa einzurichten. Zum anderen möchten wir ein Orientierungs- und Leitsystem an der Universität einrichten, das sowohl Menschen mit Mobilitätseinschränkung als auch Neulinge an der Universität, also bspw. Internationale Studierende, unterstützen kann. Dazu sind wir bereits in regem Austausch mit der Universitätsleitung, dem Facility Management und den Entwicklern eines solchen Systems.

Warum die LSD wählen?

Wir versprechen dir, dass wir uns für deine Interessen im Studierendenparlament und im Senat einsetzen. Wir wollen ein solidarisches Miteinander im Studienleben und kämpfen fachbereichsübergreifend für gute Studienbedingungen, studentische Teilhabe und Fairness im Umgang mit den Studierenden.

Dieses Jahr haben wir unter unseren Mitgliedern und Kandidierenden eine bunte Mischung aus den verschiedensten Studiengängen und sind daher an den Bedürfnissen vieler Fachbereiche möglichst nahe dran und auch oft selbst betroffen.

Mit uns in Kontakt treten:

Hast du noch Fragen, Anregungen, Ideen oder möchtest bei uns mitmachen? Wir haben jederzeit ein offenes Ohr!

So kannst du mit uns in Kontakt treten:

Bei uns sind alle willkommen, die sich gemeinsam mit uns für ein solidarisches Miteinander an der Uni Konstanz einsetzen wollen. Wir freuen uns über deine Nachricht und dein Engagement!

Freies, flexibles & selbstbestimmtes Studieren

Wir finden, unser Studium muss flexibel und selbstbestimmt sein. Dies ist umso wichtiger in Zeiten der Corona-Pandemie. Was das genau für uns bedeutet, erfahrt ihr hier:

1. Kann-Semester

Dieses Semester stellt alle Studierenden und Hochschulen vor besondere Herausforderungen. Der Studienalltag hat sich enorm verändert: für viele Studierende fällt mit der Schließung der Bibliothek der Arbeitsplatz weg, andere müssen sich um Angehörige kümmern, anderen Pflichten nachkommen oder sind psychisch belastet. Die Liste der Einflüsse und Veränderungen ist lang. Trotz aller Bemühungen der Universität fallen einzelne Studierende durch dieses Raster an Maßnahmen und können dieses Semester nicht wahrnehmen. Andere wiederum stehen unter finanziellem oder zeitlichem Druck und brauchen auch dieses Semester die Möglichkeit, Prüfungsleistungen abzulegen. Wir halten ein Kann-Semester deshalb für den besten Kompromiss, um allen Interessen gerecht zu werden und setzen uns hierfür ein.

2. Digitale Medien und Vorlesungsaufzeichnung

Seit mehreren Semestern fordern wir bereits einen Ausbau der digitalen Strukturen und der Vorlesungsaufzeichnung. Hier ist nach wie vor Luft nach oben – das rächt sich in der aktuellen Situation.

Es gilt jetzt, die Erkenntnisse dieses erzwungenen digitalen Semesters zu nutzen und gute Beispiele zu identifizieren. Wir haben uns daher im ALW dafür eingesetzt, eine umfassende Evaluierung dieses Semesters vorzunehmen und gute Vorgehensweisen zu würdigen. Eine konkrete Forderung, die wir auch regelmäßig in entsprechenden Gremien einbringen, ist die Ersetzung von Ilias durch eine moderne Lernplattform wie zB Moodle, welche von der Universität bereits für Einzelprojekte eingesetzt wird (z.B. Kontaktstudium IMP). Im Zeitalter der Digitalisierung sollte die Uni als gutes Beispiel vorangehen und die Möglichkeiten der neuen Medien nutzen.

3. Freie Bildung

Wir finden, Bildung muss kostenlos und frei zugänglich sein. Dafür setzen wir uns auch auf Landesebene ein und kämpfen dafür, dass der kostenlose Zugang zu möglichst vielen wissenschaftlichen Papern und sonstigen bildungsrelevanten Medien beibehalten und weiter ausgebaut wird. Bildung soll kein Privileg, sondern ein Recht sein!

Dies gilt auch für die Studiengebühren für ausländische Studierende. Diese widersprechen unserer Auffassung nach den Grundsätzen der Gleichheit und schadet dem internationalen Ansehen der Universitäten in Baden-Württemberg. Auch die Gebühren für ein Zweitstudium lehnen wir ab. Bildung ist keine Ware! Die Möglichkeit zur universitären Weiterbildung muss lebenslang bestehen.

4. Keine Anwesenheitspflicht

Wir sind als Studierende selbst für unser Studium verantwortlich. Dies sollte sich auch im Umgang mit der Anwesenheit bei Lehrveranstaltungen niederschlagen. Die in vielen Seminaren noch immer herrschende Anwesenheitspflicht steht im Widerspruch zu einem freien und selbstbestimmten Studium.

Jede*r Studierende lernt und arbeitet anders – deshalb ist die Möglichkeit einer flexiblen Gestaltung des Studienalltags, die an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden kann, so wichtig.

Gerade im Hinblick auf die ausbaubedürftige Barrierefreiheit (siehe unten) können Anwesenheitspflichten ein massives Hindernis und eine erhebliche Benachteiligung für manche Studierende darstellen. Wir halten sie daher für diskriminierend. Die Freiheit der Lehre sollte hinter der Selbstbestimmung der Studierenden zurückstehen.

Wir positionieren uns daher deutlich gegen die Anwesenheitspflicht.

5. Freie Wahl des Klausurtermins

Nicht nur Vorlesungs- und Seminartermine sollten frei wählbar sein, sondern auch die Wahl zwischen dem Erst- und Zweittermin der Klausuren. Für uns gehört es zum selbstbestimmten Studieren dazu, dass man sich frei für den Zweittermin entscheiden kann, ohne beim Ersttermin durch die Prüfung fallen zu müssen.

6. Keine sinnlose Überregulierung der Attestpflicht

Wir halten die derzeitige Attestregelung für überreguliert und sinnlos. Durch die vorgegebenen Unterlagen sind Studierende verpflichtet, die Symptome für das Fehlen offenzulegen. Den damit einhergehenden Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Studierenden halten wir für untragbar. Außerdem ist es nicht möglich, den Gesundheitszustand der Studierenden von nicht-medizinischem Unipersonal beurteilen zu lassen. Eine Ärztin oder ein Arzt kann das mit Sicherheit besser. Eine reine Krankschreibung muss ausreichen!

Besonders bei Studierenden mit psychischen Erkrankungen kann es nicht angehen, dass sie ihr Krankheitsbild so offenlegen. Hierbei handelt es sich um eine Privatangelegenheit, die auch als solche behandelt werden muss.

Soziale Universität

Wir wünschen uns eine soziale und solidarische Universität und ein inklusives Studienumfeld. Besonderen Wert legen wir auf Barrierefreiheit und ausgeprägte Mitbestimmungsrechte der Studierenden als größter Statusgruppe an der Uni Konstanz.

1. Barrierefreiheit

Die Barrierefreiheit ist an der Uni Konstanz immer noch nicht gegeben. Viele Veranstaltungsräume sind mit einem Rollstuhl nur sehr umständlich zu erreichen. Jede*r von uns war mal neu an der Uni und weiß sicher noch, wie schwierig es sein kann, sich zurechtzufinden – in einem Rollstuhl wird die Navigation dann zu einem nahezu unmöglichen Unterfangen.

Durch den Denkmalschutz im Gebäude muss eine gute Beschilderung gewährleistet sein. Viele Ideen (wie bspw. ein GPS-System) können nicht realisiert werden. Es gibt Bluetooth-basiertes System mit entsprechender App, dass hierfür vielseitig eingesetzt werden kann. Wir haben bereits angefangen, einige Schritte für eine Schnupperphase dieses Angebots einzuleiten – und werden das Thema auch in den nächsten Semestern aufmerksam verfolgen!

Ebenfalls setzen wir uns dafür ein, dass der Weg durch den Eingangsbereich Richtung Mensa geebnet und damit barrierefrei ist und sind diesbezüglich bereits in Gesprächen.

2. Parität in den Gremien

Wir wollen mehr Demokratie an der Uni Konstanz wagen. Wir Studierenden sind die größte Statusgruppe – und trotzdem liegt die Mehrheit immer bei den Lehrenden. Dazu kommt, dass sich seit der Einführung der Doktorand*innen als Statusgruppe im Senat andere Statusgruppen noch immer in einigen Arbeitsgruppen Plätze teilen müssen, damit sich das Stimmgewicht nicht zu Ungunsten der Professor*innen verschiebt. Wir fordern daher für eine faire und gerechte Interessenvertretung Parität in Senat, Sektions- und Fachschaftsräten!

3. Studentisches Rektoratsmitglied

Besonders an der Universitätsspitze gilt das Motto „Die Professor*innen entschieden (alleine)“. Im Rektorat und im Universitätsrat finden sich keine Studierenden oder zumindest den Studierenden explizit nahestehenden Personen (zB frische Absolvent*innen). Um mit dieser Einstellung zu brechen, fordern wir ein studentisches Mitglied im Rektorat und fordern auch Repräsentation im Universitätsrat.

4. Faire Löhne für HiWis

Der momentane Hiwi-Lohn von 10,01 Euro für Bachelor-Studierende (11,64 Euro für Master-Studierende) bewegt sich am unteren Ende des Tarifrahmens. Andere Universitäten in Baden-Württemberg bezahlen ihren HiWis höhere Löhne – in Freiburg und Heidelberg etwa bekommen Bachelor-Studierende 10,63 Euro, Master-Studierende 12,36 Euro. Gerade vor dem Hintergrund der sehr teuren Lebenshaltungskosten in Konstanz und im Hinblick auf einen nicht ausgeschöpften Tarifrahmen an der Uni-Konstanz werden wir für einen Stundenlohn von mindestens 12 Euro kämpfen. Wenn andere Unis ihren Tarifrahmen nutzen, dann können wir das doch auch! Die Bezahlung am unteren Ende des Tarifrahmens ist einer Exzellenz-Uni nicht würdig.

Zudem setzen wir uns dafür ein, dass angefallene Mehrarbeit aufgrund des digitalen Semesters für HiWis, insbesondere für die betroffenen Tutor*innen, ausgezahlt wird.

5. Mehr Gleichheit bei der Verteilung der Gelder des Uni-Sport

Während der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband (ADH) explizit Raum für Hobby- und Breitensportler*innen schafft, beispielweise über die Möglichkeit der Teilnahme an den Deutschen Hochschulmeisterschaften, vergibt der Hochschulsport der Universität Konstanz finanzielle Mittel, die die Teilnahme an solchen Veranstaltungen ermöglichen, bislang hauptsächlich an Spitzensportler*innen. Wir fordern daher mehr Transparenz, legitimierte studentische Beteiligung und Egalität in den Vergabeprozessen, um allen, die Interesse und Freude am Sport haben, Teilhabe zu ermöglichen.

Studentische Mitwirkung und Gestaltung

Ein weitereas Ziel der LSD ist die Förderung von studentischem Engagement. Wir wollen eine Mitmachkultur schaffen, in der die Hürden, sich zu beteiligen, abgebaut werden und die Möglichkeiten organisatorischer, kultureller und sonstiger Mitwirkung der Studierenden gestärkt werden.

1. Engagementförderung

Ehrenamtliches Engagement ist das Rückgrat der Studierendenvertretung. Leider führen immer verschultere Studiengänge und die finanzielle Abhängigkeit vieler Studierender, dass das studentische Engagement abgenommen hat.

Wir fordern, dass Gremiensemester vom BAföG-Amt immer anerkannt werden. Außerdem sollen Zusatzleistungen als Studienleistung anerkannt werden können.

Ferner stehen wir ein für den Erhalt von Aufwandsentschädigungen für besonders arbeitsintensive Tätigkeiten, um zum einen diesen Aufwand zu würdigen und zum anderen allen Studierenden unabhängig von Stipendien oder der finanziellen Situation der Eltern ein ehrenamtliches Engagement möglich zu machen.

2. Mitmachkultur

Zu einer Förderung des Engagements gehört auch, dass die Hürden, sich einzubringen, abgebaut werden. Ein wichtiger Schritt zu einfacheren Strukturen war die Satzungsreform.

Wir setzen uns weiter dafür ein, dass die Projekte der Studierendenvertretung öffentlich ausgeschrieben werden, damit Studierenden von Anfang an die Möglichkeit eröffnet wird, sich zu beteiligen.

3. Evaluierung der neuen VS-Satzung

Die jetzige Satzung ist seit 2017 in Kraft. Wir wollen die Vor- und Nachteile dieser evaluieren und ggf. Änderungen erwirken, damit sich alle leichter einbringen können.

Beispielsweise kann überlegt werden, die Anzahl der inhaltlichen Referate zu erhöhen, um eine breitere Abdeckung von Themen sicherzustellen. Hierzu soll geprüft werden, ob die Zahl der AStA-Mitglieder erhöht werden kann, solange eine Ämtertrennung zwischen StuPa und AStA existiert. Alternativ kann diskutiert werden, die Anzahl der Fraktionsvertreter*innen zu senken. Auch über einer Stellvertretungsregelung der StuPa-Mitglieder sollte nachgedacht werden.

4. Mehr Geld für Kultur und studentische Projekte

Der Projektfördertopf des AstA wurde letztes Jahr auf 10.000 Euro gekürzt. Allerdings zeigen eine ständig steigende Nachfrage von Studis mit vielfältigen Projektideen und die vielen Aktivitäten auf dem Campus: hier sollte definitiv wieder erhöht werden! Wir wollen, dass dieser Topf ausgebaut wird und weitere Förderungen, z.B. für das UTK oder Kunstgruppen, institutionalisiert werden!

Zusätzlich wollen wir den Projektfördertopf an der Universität bekannter machen, da dieser allen Studierenden die Möglichkeit geben soll, sich mit eigenen Projekten einzubringen.

5. Bundesverband ausländischer Studierender (BAS e.V.)

Wir fordern die Studierendenvertretung dazu auf dem Bund Ausländischer Studierenden (BAS-e.V.) beizutreten. Dieser setzet sich u.a. gegen die Ungleichbehandlung von EU-Ausländer*innen durch Studiengebühren ein sowie besonders jetzt für angemessene Unterstützung von ausländischen Studierenden aufgrund der Corona-Situation. Wir wollen dies aktiv unterstützen!

Über die Uni hinaus: Stadt & Land

Die Studierenden machen in Konstanz knapp 20% der wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger aus. Wir sind der Meinung, dass die „Universitätsstadt Konstanz“ für ihre Studierenden weitaus mehr tun könnte und setzen uns unter anderem ein für mehr kommunale Mitbestimmung, ein verbessertes Nachtbussystem und eine bessere Inklusion der Studierenden als Bürgerinnen und Bürger der Stadt.

Außerdem fordern wir die Einführung eines landesweiten Semestertickets zu bezahlbaren Preisen und flexiblen Konditionen.

1. Mehr kommunale Mitbestimmung

Wir wollen erreichen, dass die Studierendenvertretung auch gegenüber der Stadt die Interessen der Studierenden wahrnehmen kann und angehört wird. Wir prägen diese Stadt maßgeblich und nur durch Partizipation können wir sie auch gestalten.

„Konstanz ist eine Universitätsstadt, aber bevor sie Studierendenstadt ist, ist sie eine Stadt für Urlauber, wohlhabende Alte und Schweizer Einkaufstouristen.“

Es wäre für alle Konstanzer Einwohner*innen ein Gewinn, wenn wir die Stadt gemeinsam, als Ganzes, gestaltet, statt aneinander vorbeizuleben. Wir setzen uns daher für eine verbesserte Kommunikation zwischen Stadt und Studierenden ein, damit unsere Interessen und unser Input bei den wichtigen kommunalen Entscheidungen berücksichtigt werden.

Konkret braucht es eine studentische Vertretung im Konstanzer Gemeinderat. Ein Ausschuss für studentische Angelegenheiten wäre ein guter Anfang. Wenn dieser regelmäßig tagt, ist gewährleistet, dass Studentische Vertreter*innen in viele Entscheidungsprozesse miteinbezogen werden. Alternativ könnte die VS auch mit beratender Stimme an Ausschusssitzungen bestehender Ausschüsse teilnehmen.

2. Inklusion der Studierendengruppe

Ein bekanntes Konstanzer Problem: Wer nach dem Bachelor noch hier ist, verliert meist den Großteil seines Freund*innenkreises an andere Städte. Wer bleibt schon in Konstanz, wenn man sich den Wohnraum sowieso kaum leisten und sich mit der Stadt nicht als Zuhause identifizieren kann?

Wir fordern von der Stadt, dass sie uns miteinbezieht und für uns einsteht. Die Preise in den Konstanzer Lokalen, Cafés und Bars sind höher als in den meisten Studierendenstädten. Während die Stadt hierauf nur begrenzt Einfluss hat, so könnte sie zumindest, was stadteigene Feste betrifft – Seenachtsfest, Weinfest, Jahr- und Weihnachtsmärkte usw. – auf einen Studierendenrabatt hinwirken. Es darf nicht sein, dass Studierende wegen der horrenden Preise von den Örtlichkeiten der Altstadt ferngehalten werden. Der Freiraum am Seerhein darf nicht durch permanente (pseudo-)polizeiliche / ordnungsdienstliche Kontrollen und Konflikte mit den Anwohner*innen genommen werden. Dies erweckt den Eindruck, dass die Stadt Studierende letztlich am liebsten zu Gunsten des Tourismus und der gut betuchten Bürger*innen aus dem gesellschaftlichen Leben ausschließen will.

Wir sind Teil der Bürger*innen dieser Stadt und möchten berücksichtigt und eingeschlossen werden!

3. Öffentlicher Nahverkehr

Während wir den Preis für das Semester-Studiticket für fair halten, fordern wir dennoch einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Dieses Thema betrifft nicht nur, aber auch sehr viele Studierende.

Das Nachtbus-System ist nach wie vor ausbaubedürftig, da es relevante Zentren auch nicht miteinander verbindet. So wäre ein Nachtbus, welcher die Universität mit der 24/7 Bibliothek, die Wohnheime z.B. an Sonnenbühl, im Paradies oder in Fürstenberg miteinander verbindet, eine wichtige Erweiterung. Dies betrifft sowohl das Nachtleben als auch das spätabendliche Lernen in der Prüfungsphase. Neben den lokalen Nachtbus Verbindungen in Konstanz, ist auch die Verbindung in den Landkreis hinaus wichtig, da wegen der angespannten Wohnsituation nicht alle in Konstanz eine Wohnung finden. Wir unterstützen daher auch die Forderung verschiedener lokaler Gruppen, einen 24h „Seehas“ anzubieten.

Auch die Fahrradwegeleitung ist vielerorts noch eine Katastrophe. Erst den Klimanotstand auszurufen und dann nicht entsprechend zu handeln und nachhaltige Fortbewegungsmittel zu fördern, halten wir für wenig zielführend. Wir fordern daher insbesondere den weiteren Ausbau der Friedrichstraße zur Fahrradstraße sowie smarte Beleuchtungskonzepte für die nächtlichen Wege, insbesondere zur und von der Uni. Das Fahrrad muss und kann gerade hier in Konstanz zum absoluten Hauptverkehrsmittel werden. Wir solidarisieren uns daher auch mit den Forderungen nach einer autofreien Innenstadt.

4. Landesweites Semesterticket

Zu einem flexiblen Studium gehört für uns auch flexible Mobilität. Wir unterstützen daher ein landesweites Semesterticket und sehen in diesem eine sinnvolle Erweiterung des ÖPNV-Angebotes für Studierende sowie einen Anreiz, auf klimafreundliche Mobilität umzusteigen.

Studierenden sozialverträglich zugänglich zu machen. Die bisherigen Entwürfe waren in der Summe zu teuer, da sie einen Anstieg der Semestergebühren um mehr als 70€ bedeutet hätten, schon um nur den Solidarbetrag gegenfinanzieren zu können. Um die Erweiterung auf das volle Ticket zu erhalten, hätte zunächst sowohl das lokale Studi-Ticket als auch das Upgrade-Ticket gekauft werden müssen. Erst ab dann wäre das volle landesweite Ticket erwerbbar gewesen, welches nochmal über 200€ gekostet hätte. Mit Solidarbeiträgen und anderen Tickets hätte jeder Konstanzer Studi damit über 400€ im Semester bezahlen müssen, um das volle landesweite Semesterticket nutzen zu können.

Daher fordern wir, mittels eines geringeren Solidarbeitrags und mit staatlichen Zuschüssen eine bessere und flexiblere Basisvariante des Tickets auszuhandeln (zB kostenlose Fahrten ab 17 Uhr und am Wochenende ganztags). Ein lokales Ticket muss weiterhin zu günstigen Konditionen käuflich sein, da tägliches Pendeln in Anbetracht der aktuellen Wohnungsnot zum normalen Alltag vieler Studierender gehört. Das volle Ticket soll ebenfalls für alle Studierenden erschwinglich sein.

Seezeit

Besonders beschäftigt haben wir uns in der Vergangenheit mit Seezeit. Auch dieses Jahr stehen für uns hinsichtlich des Studierendenwerks folgende Punkte auf dem Programm:

1. Seezeit-Shop

Wer an der Uni „mal schnell“ einen Kuli braucht, wird spätestens an der Kasse des Seezeit-Shops schlucken müssen. Leider werden im Seezeit-Shop größtenteils hochpreisige Markenprodukte verkauft. Diese sind ohne Zweifel qualitativ hochwertig, aber die Preise, zu denen die Artikel verkauft werden (müssen), halten wir angesichts der Monopolstellung des Seezeit-Shops auf dem Uni-Gelände für untragbar.

Wir wollen deshalb den Ursachen für die hohen Preise auf den Grund gehen und uns dafür einsetzen, dass auch No-Name-Produkte für kleines Geld im Shop zu haben sind. Dein Kuli sollte nicht mehr kosten als dein Mittagessen!

2. Für die Zukunft: Nachhaltiges Seezeit-Konzept

Schon in der Vergangenheit haben wir uns mit dem Mensakonzept von Seezeit auseinandergesetzt. Mittlerweile bekommen Gäste der Cafeteria immerhin wieder einen Nachschlag, dennoch haben wir noch einige Vorschläge, für deren Umsetzung wir uns einsetzen werden.

Als wichtiges Ziel für die Zukunft hat sich Seezeit das Thema Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. Trotz zahlreicher Hinweise finden sich in den Regalen der Mensa noch immer Nestlé- und Coca-Cola-Produkte.

Sehr positiv nehmen wir wahr, dass Seezeit auf Palmöl verzichtet und werden uns dafür einsetzen, dass auch bei anderen Produkten abgewogen wird, was wirklich notwendig ist und an welchen Stellen man der Umwelt zuliebe auch verzichten kann.

Außerdem wünschen wir uns einen Ausbau des veganen Angebots. Dieses beschränkt sich trotz zahlreicher Forderungen verschiedener Hochschulgruppen noch immer auf nur wenige Produkte, von denen die meisten nur „zufällig“ vegan sind (zB Brötchen). Das wollen wir auf dem Weg zu einer klimafreundlicheren Uni ändern.

Dass Seezeit den Klimacent einführen wird, begrüßen wir! Dabei sprechen wir uns für eine „opt-out“-Lösung aus. Dies bedeutet, dass Studierende sich an der Kasse gegen den Beitrag entscheiden können. Zudem möchten wir, dass Studierende die Möglichkeit haben, ihre Präferenz im Voraus, z.B. über easy-load, festzulegen.

3. Seezeit-Wohnheime

Ein weiteres wichtiges Anliegen sind uns die Wohnheimpreise von Seezeit. Die Stadt selbst ist in Sachen Wohnraumpolitik in den letzten Jahrzehnten nicht gerade positiv aufgefallen – umso wichtiger ist es, dass der Bedarf an bezahlbaren Wohnungen für Studierende durch das Studierendenwerk Seezeit gedeckt wird.

Es kann nicht sein, dass Studierende der Konstanzer Hochschulen gezwungen sind, auf die schlecht angebundenen Vor- und Umgebungsorte von Konstanz auszuweichen. Deshalb fordern wir moderate Mietpreise für die Studierendenwohnheime.

4. Psychologische Beratungsstelle

Psychische Belastung und starker Stress sind immer mehr zum Alltag und Massenphänomen unter uns Studierenden geworden, u.a. ausgelöst durch Zeit- und Leistungsdruck und – gerade während der Corona-Pandemie – auch finanzielle Sorgen.

Aus dem Barmer Arztreport 2018 geht hervor, dass psychische Probleme bei jungen Erwachsenen generell und besonders bei Studierenden zunehmen. Mittlerweile ist fast jeder fünfte von psychischen Diagnosen betroffen. Nicht nur diese Zahlen stellen ein großes Problem dar. Viele Studierende, welche später eine Laufbahn als Beamt*innen einschlagen wollen, müssen mit negativen Konsequenzen für ihren späteren Lebensweg rechnen, wenn sie sich in offizielle psychologische Behandlung begeben. Daher ist das Angebot einer anonymen und kostenlosen psychologischen Beratungsstelle enorm wichtig.

In unserer Rolle als Seezeitvertreter haben sich einige unserer Mitglieder schon früh für den personellen Ausbau der kostenfreien Psychologischen Beratungsstelle eingesetzt. Seezeit hat dort in den vergangenen Jahren auch weitere Kapazitäten geschaffen, was wir sehr begrüßen. Wir werden uns dafür einsetzten, dieses Angebot auch nachhaltig zu erhalten und ggf., falls nötig, weiter auszubauen.

5. Rahmenvertrag

Wir wollen es ermöglichen, dass sich studentische Gruppierungen wie bspw. Fachschaften oder auch Hochschulgruppen über Seezeit Gegenstände wie Grills o.a. ausleihen und nutzen können. Da viele studentische Gruppen allerdings nicht über große finanzielle Mittel verfügen dürfen die Kosten nicht - wie aktuell - hoch sein. Es muss ein Rahmenvertrag aufgesetzt werden, in dem studierendengerechte Konditionen festgehalten werden.

LSD als politische Hochschulgruppe

Als Linke Solidarische Demokrat*Innen liegen uns außerdem die nachfolgenden Schwerpunkte unserer Arbeit besonders am Herzen, die über den Rahmen der Uni, der Stadt und Seezeit hinausgehen.

1. Verbindungen kappen!

Patriarchale Strukturen haben im 21. Jahrhundert nichts zu suchen! Wir sind gegen Burschenschaften und andere reine Männerbünde.

Auf Veranstaltungen dieser Männerbünde werden regelmäßig rückständige, antifeministische Rollenbilder reproduziert, bei denen Frauen keine eigenständig partizipative Rolle einnehmen, sondern nur als schmückendes Beiwerk fungieren.

Gleichzeitig werden in manchen Verbindungen mit dem „akademischen“ [sic!] Fechten und der Mensur gewalttätige Verhaltensmuster eingeübt und dies, wie Tucholsky sagte, dient dazu, „einer im tiefsten Grunde feigen Rohheit durch das Gruppenventil Luft zu schaffen“.

Auch das hierarchische Denken und das Seilschaftsprinzip gehören nicht in eine demokratische und durch Gleichberechtigung geprägte Gesellschaft, in der persönlicher Erfolg nicht davon abhängen sollte, wen man kennt und zu welcher Gruppe man gehört.

Wir sprechen uns daher gegen Gruppierungen aus, die Menschen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Herkunft, ihrer Religion oder biologischer Merkmale von der Teilnahme ausschließen und wollen im Rahmen unserer Möglichkeiten darauf hinwirken, diesen Verbindungen so wenig Raum wie möglich zu geben.

2. Wiedereintritt ins FZS

Auf Initiative der reaktionären Hochschulgruppen RCDS, LHG und Jusos sind wir 2017 aus dem freien zusammenschluss von student*innenschaften ausgetreten. Das wollen wir ändern.

Die Verfasste Studierendenschaft der Universität Konstanz muss sich wieder klar als solidarische Studierendenschaft positionieren und Mitglied des fzs werden.

Der fzs ist der bundesweite Dachverband von Studierendenschaften. Er vertritt unsere politischen und sozialen Belange auf Bundesebene. Denn auch dort findet Hochschul- und Wissenschaftspolitik statt, wie zum Beispiel im Rahmen der BAföG-Bestimmungen und der Hochschulförderung durch die Exzellenz-Strategie. Auch wir müssen demokratische Lobbyarbeit leisten!

3. Allgemeinpolitisches Mandat der VS

Mit der Wiedereinführung der Verfassten Studierendenschaft 2012 / 2013 wurde den Studierendenvertretungen ein politisches Mandat im Rahmen ihrer Aufgaben gegeben. Dieses Mandat wurde im Wortlaut auf Drängen der CDU von der Grün/Schwarzen Koalition wieder abgeschafft. Auch wenn die Studierendenschaft nach wie vor im Rahmen ihrer Aufgaben politisch tätig werden darf, so hat diese LHG-Novelle bei vielen Studierendenvertretungen große Unsicherheit ausgelöst und damit die Schlagkraft der studentischen Interessenvertretung stark geschwächt.

Wir fordern daher:

  1. Die StuVe Uni Konstanz soll nach wie vor aktiv auf allen Ebenen im studentischen Leben aktiv und präsent sein, d.h. Interessenvertretung nicht nur auf dem Campus, sondern auch in der Stadt, dem Land, dem Bund und auch international (z.B. Solidarität mit verschiedenen Studierendenprotesten).

  2. Der Gesetzgeber muss den Verfassten Studierendenschaften wieder den Rücken stärken und das politische Mandat wieder klar im Landeshochschulgesetz verankern.

  3. Wir haben in den Studierendenvertretungen über die demokratischen Gremien und Strukturen die Möglichkeit, politische Willensbildung und Repräsentation verschiedener Interessen sicher zu stellen und sollten daher auch nach außen hin als Interessengruppe der Studierenden tätig werden können. In diesem Sinne setzen wir uns dafür ein, dass die StuVe ihr Mandat wie ein allgemeinpolitisches Mandat behandelt und der Gesetzgeber diese auch offiziell schafft.

4. Corona-Pandemie

Wir wollen, dass auch während der aktuellen Situation eine Bildungsgerechtigkeit hergestellt wird bzw. gewahrt bleibt. Dies betrifft insbesondere auch die Studienfinanzierung. Wir fordern flexible Lösungen, sodass Studierende mit weniger finanziellen Mitteln nicht schlechter gestellt sind.

5. Umbenennung der Uni in Friedrich-Hecker-Universität

Schon lange schwebt der Vorschlag im Raum, die Universität nach dem Republikaner Friedrich Hecker zu benennen. 1998, zum 150. Jahrestag der 1848er Revolution, ist dies vor dem Senat gescheitert.

Wir finden, es wird höchste Zeit, dies weiterzuverfolgen. Als Vorkämpfer der Demokratie passt Hecker ausgesprochen gut zu den Idealen der Reformuniversitäten und steht für eine demokratische Universität, wie wir sie fordern. Außerdem ist „Universität Konstanz“ doch langweilig. Es ist dringend Zeit, daran etwas zu ändern!

Danke!

Wir bedanken uns für dein Interesse an unserer Hochschulpolitik und hoffen auf deine Unterstützung bei den Uni-Wahlen 2020.

Für eine solidarische, soziale und demokratische Uni Konstanz!

Bleib mit uns in Kontakt über unsere Accounts in den sozialen Medien oder komm gerne zu unseren Treffen.

Lass es uns wissen, wenn du dir wünschst, dass wir uns für ein bestimmtes Thema einsetzen. Wir freuen uns über deine Vorschläge zu unserem Programm.

Für Fragen zu unseren Inhalten stehen wir gerne jederzeit zur Verfügung!